Clarkkent - This Is Personal
The Beginning2. I.W.T.C.Y.
3. Freezing Moment
4. Wright Or Rong
5. One Last Time
6. Everything We Had
7. Viking Vegas
8. Across The Sea
9. In My Arms
10. I Will Wait
11. Long Way To Go
12. Recovery
13. Hate And Love
The End
Clarkkent ist einer dieser Bands, über die ich zufällig auf einem Konzert gefallen bin, weil sie gemeinsam mit einer anderen spielten, die ich gerne sehen wollte - Lucy Was Driving, um sie zu nennen, denn auch sie sind klasse. Aber um sie all jenen vorzustellen, die sie noch nicht Live erleben durften (sollte man bei Gelegenheit aber nicht verpassen!):
Clarkkent ist eine Band aus Helsinki / Finnland, die beinahe ihr Debutalbum eigenständig veröffentlich hätten, nachdem sie drei Jahre daran gearbeitet hatten. Die Kosten hierfür deckten sie mit Einnahmen aus ihren Konzerten in ganz Finnland, bei denen sie sich eine Reihe von Fans erspielten, nicht nur als Opener für The Rasmus. Irgendwann war die Veröffentlichung des Albums einfach notwendig, auch wenn die Majorlables kein Interesse gezeigt hatten. Schlussendlich präsentierten Clarkkent ihre Songs Jukka Backlund und Samu Haber (Sunrise Avenue) mit gemischten Gefühlen. Aber die beiden waren begeistert und Backlund bot die kostenlose Produktion zweier Songs an, die er für Hitmaterial hielt. Am Ende stellte sich heraus, dass sich ein "Dreamteam" zusammen gefunden hatte.
Clarkkent spielen Rockmusik mit positiver Energie aber auch tiefer Melancholie. Eigentlich sind sie eine absolute Liveband, aber auch ihr Debutalbum kann sich sehen lassen.
"This Is Personal" und insbesondere "The Beginning" - eröffnet mit einem Piano- /Keyboardintro (eingespielt im übrigen von Jukka Backlund), welches wage Assoziationen an Red Hot Chilli Peppers' "Under The Bridge" hervorruft und so gar nichts mit den Clarkkent zu tun hat, wie ich sie von ihren Liveshows im Kopf habe. Im direkten Anschluss folgt "I.W.T.C.Y." - I want to change you- mit poppigen Strophen und rockigen Refrains. Die Drums bei "Freezing Moment" haben einen leichten Beat im Elektrostyle, was aber nichts an der rockigen Attitude des Songs zu ändern vermag. "Wright Or Rong" ist kein Rechtschreibfehler der Reviewerin. Der Song, in dem besonders Gitarrist Jukka sein großartiges Talent in einem längeren Instrumentalpart unter Beweis stellen darf, wird auch auf der CD so geschrieben. Ansonsten ist dieser Track genauso unscheinbar wie "One Last Time".
"Everything We Had" ist zwar eine wunderschöne Ballade, nimmt aber das Tempo und den Pepp aus dem Album in seiner Mitte heraus, nur damit man bei "Viking Vegas" ein Hallo-wach-Gefühl bekommt, wenn einem fetziger Rock um die Ohren geblasen wird. Auch inhaltlich könnten die beiden Stücke kaum gegensätzlicher sein, denn während "Everything We Had" einer Liebe nachtrauert und fast schon fleht, heißt es in "Viking Vegas" beispielsweise "Fuck you is my middle name". Am Ende geht es auch hier - wie im gesamten Album - um die Liebe, jedoch in einem wesentlich aggressiveren Stil.
"Across The Sea" setzt den rockigen Stil des voranstehenden Songs fort, wenn auch melancholischer. Die Backingvocals erscheinen mit ihrem "ohohoh" zum Ende hin ähnlich einem Seemannschor, einerseits passend zum Songtitel - die Adressatin wird mittlerweile "across the sea" gewünscht - und andererseits passend zum Clarkkentrock. Auch ein Akkordeon kommt in diesem Stück zum Einsatz. Als neunter Song folgt die erste Singleauskopplung "In My Arms". Ein Stück mit poppigen Keyboards und entsprechendem Rhythmus, welche das Lied zu einem unabweisbaren Ohrwurm machen. "I Will Wait" dagegen ist aus musikalischer Sicht ein Stück, welches sich nicht so recht in das Gesamtbild des Albums einfügen will, wenn es auch lyrisch seinen Sinn hat. Sänger Jaakko wird von Jukka Backlund lediglich auf dem Piano begleitet, keine Saiteninstrumente, keine Drums. Der Song ist ruhig und besinnlich und die volle Konzentration des Hörers liegt auf dem Gesang.
"When you're lost inside your head and there's nothing you believe in", singt Jaakko als Intro. "It's hard to understand that everything happens for a reason but then it hits you in the face and doesn't fake […] there's no happy endings only great beginnings" Dieser Text könnte wohl auch von Deep Insight kommen, und auch instrumental lassen sich Ähnlichkeiten herstellen. So oder so, zuhören lohnt sich bei dem gesamten Album, nicht nur diesem einen Song.
"This Is Personal" ist ein persönliches Konzeptalbum des Vierers aus Helsinki, das Thema der Änderung, Verlust und Überwindung der unbekannten Adressatin der Songs taucht immer wieder auf und eine Geschichte zieht sich durch die zwölf Stücke. Die Melodien und auch die Texte sind leicht zugänglich, nicht nur deshalb, weil sie deutlich und klar verständlich gesungen werden, wobei stimmlich großes Potential ausgeschöpft wird. Sie sind auch sehr einfach, enthalten viele Wiederholungen und sind somit sehr schnell mitzusingen.
Clarkkent haben den Rockpop nicht neu erfunden, setzen ihn aber einwandfrei um. Diese CD ist absolut massenkompatibel und viele Stücke sind radiotauglich.
Kaum eine CD schafft es, den Hörer wirklich von der ersten bis zu letzten Sekunde zu fesseln, und auch "This Is Personal" schafft dieses nicht. Aber die musikalische Vielfalt wird mit Abwechslungsreichtum unter Beweis gestellt. Kein Song hört sich an wie ein anderer, aber dennoch schaffen Clarkkent sich einen Wiedererkennungswert.
Man sollte diese Scheibe schon einige Male hören, um auch die letzte Facette zu erfassen, und das ist gut so!
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