Mob Rules - Radical Peace


01. Children Of The Flames
02. Trial By Fire
03. Warchild
04. Astral Hand
05. The Oswald File (Ethnolution II: A Matter Of Unnecessary Doubt)
(05.) Chapter I (Prologue)
(06.) Chapter II (Desperate Son)
(07.) Chapter III (11.30 a.m.)
(08.) Chapter IV (Unnecessary Doubt?)
(09.) Chapter V (A Dead Man´s Face)
(10.) Chapter VI (Did You Reach The Sun?)
06. Waiting For The Sun
07. The Glance Of Fame

Seit 1994 gibt es von Mob Rules Power Metal geboten und vom ersten Tag an überzeugend. Mit Album Nummer sechs gönnen die Niedersachsen uns Power Metal mit eingängigen Melodien, filigranen Keyboard Parts und der charismatischen Stimme von Klaus Dirks.

Mob Rules sind außer für ihren musikalischen Stil mit Wiedererkennungswert, zudem auch dafür bekannt Themen zu behandeln, die sonst kaum ihren Platz in den Texten der Musikwelt finden. So beschäftigt sich der düstere Opener "Children Of The Flame" mit dem grausamen KZ-Arzt Josef Mengele. Mit doomigen Gitarren und einem dynamischen Refrain bahnt sich der Song im Mid Tempo seinen Weg mitten ins Ohr

Die folgenden Songs bieten textlich nicht weniger anspruchsvolles Material, es geht u.a. um Hexenverbrennung, die Gräuel des Vietnamkriegs (1965-1975) und des Irakkriegs im Jahr 2003, dem Amerikaner Steve Fossett, der als erster Mensch mit einem Ballon die Erde nonstop umrundete und 2007 verschwand, aber auch um Michelangelos Kunstwerk ‚Die Erschaffung Adams' in der Sixtinischen Kapelle.
Die Band verbindet komplexe Geschichten und Emotionen mit dramatischen Klangstrukturen und griffigen Melodien, die einen - manchmal auch erst in der zweiten Umdrehung - in den Bann ziehen.
So glänzt ‚Trial By Fire' mit einem atmosphärischen Intro, etwas mehr Speed und dem sehr eingängigen Refrain, der durch den hinzugefügten Chor fast etwas majestätisch daher kommt.
Der Song selbst befasst sich mit der Ermordung Kennedys am 22. November in Dallas und dem vermeintlichen Attentäter Lee Harvey Oswald. In sechs Teilen wird aus der Sicht Oswalds von dessen Leben erzählt und stellt die Frage in den Raum, ob der später von Jack Ruby ermordete Oswald überhaupt der Täter war.
Trotz der gigantischen Länge gelingt es der Band mit Tempo- und Melodiewechseln den Song durchweg spannend zu gestalten. Kurze Radio-Samples verleihen der Geschichte Authentizität und Tiefe, die druckvollen Rhythmusgitarren, Klaus Dirks mitreißende Stimme und diese wunderbaren Pianomelodie machen den Song zu einer gelungenen 18 Minütigen Achterbahnfahrt.

Insgesamt klingt der Sound der Band härter, ein wenig direkter, dennoch finden die feinen Melodien in den komplexen Arrangements ihren Platz - Power Metal mit viel Melodie und packenden Texten eben. Trotz allem brauchte die Scheibe ein paar Durchläufe ehe sie mir gefallen konnte. Für Freunde von Power Metal ein muss, für alle andere ist rein hören zu empfehlen.

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