Interview mit Buffet Of Fate
Neben zahlreichen Gigs gewann Buffet of Fate vor ausverkauftem Haus 2008 den Kana Bandcontest in Wiesbaden und veröffentlichte mit „Thicker Than Blood“ erfolgreich ihr erstes Album.Buffet of Fate stehen für drückende Riffs, treibende Rhythmen, fette Shouts und genreuntypischen Elemente. Neben facettenreichen melodischen Passagen und bombastischen Gitarrensoli wird an erster Stelle für den musikalischen „Schlag auf die Fresse“ gesorgt. Derzeit arbeiten sie an einem neuen Album, welches voraussichtlich Anfang 2010 veröffentlicht wird.
TrashAndRiot: Auf eurem Myspace schreibt ihr, ihr verschwendetet Zeit und Energie auf sinnlose Art und Weise, weil ihr bereits vorhandene Musik nachspieltet. Warum betrachtet ihr dies als Zeitverschwendung?
(Da Jan die Frage nicht mag, habt ihr hier Gelegenheit, diese Aussage "richtig zu stellen".)
George: Diese Zeilen aus unserer Myspace-Seite stammen aus längst vergangenen Zeiten und sollen einfach zeigen, dass wir uns selbst nicht zu ernst nehmen. Wir sind keine abgehobenen kleinen Bengel, die sich supertoll finden, nur weil wir fetten Metalcore machen. Die Biografie wurde nun aber seriöser gestaltet um zu verhindern, dass wir missverstanden werden.
Simon: Es waren halt unsere Anfänge, als wir uns einfach nur zum Spaß getroffen haben und einfach so ein bisschen Musik zusammen gemacht haben. Erst als wir unsere eigenen Songs geschrieben haben, haben wir uns als Band verstanden und uns die Ernsthaftigkeit der Sache klar gemacht.
Adam: Ich persönlich habe das nie behauptet. Ich spiele immer noch gerne Songs nach, die ich mag. Allerdings hätte ich keinen Spaß in einer Band zu spielen, in der ich meine eigenen musikalischen Vorstellungen nicht verwirklichen kann. Man limitiert sich als Band einfach, wenn man sich aufs Covern beschränkt. Dass man aber mit Covern in der Band anfängt, gerade in jungen Jahren, ist doch normal.
TrashAndRiot: Was ist nach eurer Vorstellung der ideale Weg, mit Musik anzufangen?
Adam: Das ist schwer zu sagen, aber ich denke der "ideale" bzw. einzige "richtige" Weg zur Musik zu kommen ist aus eigenem Antrieb, also nicht weil man von den Eltern dazu gedrängt wird oder so. Wenn die Ambition dann da ist, kommt der Rest von allein. Meine Eltern haben mich nie zu etwas gedrängt, sondern immer unterstützt und gefördert was ich mache, dafür bin ich sehr dankbar.
George: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin nicht so ehrgeizig wie der Adam. Wenn ich was sehe oder höre was ich können will, dann lern ich es auch. Ansonsten bin ich ein Faulenzer. Für mich ist Musik schon immer ein Genussmittel gewesen. Eines, welches weder fett, süchtig oder dumm macht. Bei mir läuft ständig Musik, rund um die Uhr. Ich habe mich zwar schon von klein auf für Musik interessiert aber erst später mit einem Instrument begonnen.
Simon: Erst mal auf jeden Fall ein Instrument zu lernen und dadurch eben einen anderen Zugang zur Musik zu finden und dann eben sehr viel Musik zu hören und versuchen dies dann für sich selber umzusetzen und sich durch Musik weiterzubilden. Dass man auch mit der Musik wachsen kann die man gerne hört.
TrashAndRiot: Wie seid ihr selbst zur Musik gekommen und wie kam es, dass ihr euch für das Instrument entschieden habt, welches ihr derzeit spielt?
Simon: Also als Kind habe ich verschiedene Instrumente angefangen zu lernen, das war aber nie das wahre für mich, wobei ich schon ziemlich früh gesagt habe, dass ich Schlagzeug spielen will, aber damals die Möglichkeit noch nicht bestand, bis mir meine Eltern es eines Tages ermöglichen konnten und ich bin bis heute beim Schlagzeug geblieben. Es ist einfach mein Instrument was mir am meisten gibt.
George: Ich habe ursprünglich angefangen Gitarre zu spielen doch mit der Zeit habe ich mich immer mehr für den Bass interessiert. Was die Rolle des Basses im Gesamtkonzept der Band angeht, bin ich eher für tiefenlastige groovige und treibende Riffs, statt auf überdrehtes Rumgefiedel. Dabei sind Bass und Schlagzeug das klassische Fundament.
Adam: Ich wollte, seit ich mich zurückerinnern kann Gitarre spielen, dieses Instrument hat auf mich immer eine ungeheure Faszination ausgeübt. Mit 6 habe ich dann meine erste Akustikgitarre bekommen. Aber erst seit ich ca. mit 13 angefangen habe richtig gerne Musik zu hören, vor allem Metal, habe ich auch angefangen mich wirklich intensiv mit meinem Instrument zu beschäftigen und meine eigene Musik zu machen. Ab da habe ich geübt, wie ein Besessener und das Hobby wurde zur Leidenschaft.
TrashAndRiot: Seid ihr auch auf anderen Instrumenten fit?
Simon: Ich habe mal versucht Gitarre anzufangen, dann hab ich es aber wieder abgebrochen weil ich erst mal auf dem Schlagzeug so fit werden wollte, dass ich mit mir zufrieden bin. Und wenn ich dies irgendwann geschafft habe werde ich ein anderes Instrument anfangen, wahrscheinlich Gitarre.
Adam: Das kommt darauf an, wie man fit definiert :) Ich kann einigermaßen Bass spielen und habe Grundkenntnisse am Schlagzeug. Es hilft ungemein beim Songwriting, wenn man ein gewisses Verständnis für alle Instrumente in der Band hat.
George: Ich spiel auch noch ein wenig Gitarre.
TrashAndRiot: Eure Musikvorstellungen sind unterschiedlich geprägt. Wie arrangiert ihr euch auf einen gemeinsamen Nenner?
George: Wer uns ein bisschen besser kennt, weiß, dass wir unterschiedlicher eigentlich nicht sein könnten. Wir kommen aus verschiedenen Schichten und Richtungen des Lebens und hatten eigentlich alle unsere eigenen Vorstellungen. Mit viel Zeit und der Freundschaft konnten wir auf die Individualitäten jedes Einzelnen eingehen. Es kommt selten vor, dass wir uns aufgrund musikalischer Differenzen in die Wolle kriegen, da jeder seinen eigenen Geschmack vertreten kann.
Simon: Es ist meistens ein sehr subjektiver Schaffungsprozess, dabei hat meistens einer eine Idee, jeder beherrscht sein Instrument und trägt seinen Teil dazu bei, wobei die eigenen Parts dann zur Diskussion in der Gruppe gestellt werden und wir uns dann so lange damit beschäftigen bis es allen oder zumindest den meisten gefällt.
Adam: Ich würde gar nicht sagen, dass wir uns bewusst irgendwie arrangieren (müssen). Es ist eher ein unbewusster Prozess, jeder hat eben seine Einflüsse, die er ganz automatisch in die Band einbringt. Wir sind uns meistens ziemlich einig was die Musik angeht, trotz verschiedener Einflüsse.
TrashAndRiot: Wer sind eure Vorbilder und Idole in der Musikszene?
Simon: Ich habe eigentlich keine spezifischen Vorbilder. Es gibt ziemlich viele Drummer, die ich gut finde und ich versuche mir dann immer die Elemente von den Stilen der Drummer, die mir gefallen zu übernehmen und so meinen ganz eigenen Stil zu kreieren.
Adam: Wen ich musikalisch sehr schätze ist Mikael Akerfeldt. Opeth ist eine meiner absoluten Lieblingsbands. Was Gitarristen angeht, finde ich Guthrie Govan sensationell. Der Typ ist einfach genial.
George: Idole für sind für mich Bassisten wie John Myung von Dream Theater oder Jean Michel Labadie von Gojira, wobei ich ihnen jedoch nicht bewusst nacheifere.
TrashAndRiot: Wiesbaden ist nicht gerade die Welthauptstadt der Musik. Gibt es so etwas wie eine Szene dort? (Immerhin gibt es den Schlachthof.)
Simon: Metal ist immer irgendwie eine Randgruppe aber in Wiesbaden gibt es gerade durch den Schlachthof eine Szene, die groß genug ist, um sie als Sprungbrett nutzen zu können.
Adam: Es gibt schon eine Szene, wenn auch eine ziemlich kleine. Gute Konzerte habe ich hier jedenfalls schon einige gesehen.
TrashAndRiot: Wie ist allgemein die musikalische Ausrichtung in Wiesbaden und Hessen?
Simon: Also im Rhein Main Gebiet ist auf jeden Fall genug Platz für die Metal Szene und hier auch stark vertreten. Wie es so im Rest von Hessen aussieht weiß ich nicht so genau.
George: Wiesbaden ist nicht gerade stolz auf sein bisschen Metalkultur. Ich denke am besten laufen Locations mit House, Techno- und R' n B' oder so. Im Gegensatz zum Schlachthof... der schon mehr als einmal abgerissen werden sollte.
Adam: Metaller sind auf jeden Fall in der Minderheit.
TrashAndRiot: Wie seht ihr eure Chance, auch außerhalb eurer Heimatstadt Fuß zu fassen.
Simon: Eigentlich sehr gut, ich denke wenn wir jetzt das zweite Album fertig haben, müssen wir unsere Musik nur noch an den Mann (oder die Frau) bringen und dann sollte es eigentlich kein Problem sein in anderen Gebieten, aber natürlich innerhalb der Metalszene Fuß zu fassen.
Adam: Uns ist klar, wie schwer es ist, bekannt zu werden, da gehört auch viel Glück dazu. Wir tun einfach unser Bestes und hoffen, dass unsere Musik auch außerhalb gut ankommt.
George: In Wiesbaden und Taunusstein haben wir uns bereits einen Namen gemacht und unsere Konzerte sind immer gut besucht.
TrashAndRiot: Euer Demo nennt sich "Thicker Than Blood" nach einem Song darauf. Warum habt ihr gerade diesen Song als Titeltrack erkoren und verbirgt sich dahinter eine bestimmte Bedeutung?
Simon: Auf dem Album sind natürlich Songs die in 2 Jahren Bandgeschichte entstanden, deswegen ist das Album auch sehr vielseitig und gerade Thicker than Blood ist einer der neueren und härteren Songs und sollte die Richtung angeben in die wir in Zukunft gehen wollen.
Außerdem hört sich Thicker than Blood auch einfach gut an und war für uns ein schlagkräftiger Albumtitel.
Adam: Die Idee zum Titel kam mir spontan, als Anspielung auf das Sprichwort "Blood is thicker than water", also "Blut ist dicker als Wasser".
George: "Thicker Than Blood" ist ein Song der viele musikalische Aspekte beinhaltet die uns meiner Meinung nach ausmachen. Ein Song der Aggression und rhytmischmelodische Variationen mit knackigen und treibenden Riffs vereint. Ein Gesamtpacket, das von vorne bis hinten Buffet Of Fate ist und anspricht. In "Thicker Than Blood" geht es um das oftmals Größte.
TrashAndRiot: Blood is thicker than water. Aber was ist thicker than blood?
Simon: Eigentlich erklärt sich das schon im Text "I can't get along even on my own, can't you see my pride is thicker than blood". Stolz ist also dicker als Blut.
Adam: Im Grunde geht es darum, dass nichts und niemand die Berechtigung hat einen respektlos zu behandeln, auch nicht innerhalb einer Familie, der ja von gewissen weltanschaulichen Institutionen eine Sonderrolle zugesprochen wird ("Du sollst Vater und Mutter ehren"). Selbst wenn Blut dicker als Wasser ist, das eigene Selbstwertgefühl ist dicker als Blut.
George: Der Song beschreibt wie vernünftige Handlungen durch Stolz, Übermut, Prinzipien, Respektlosigkeit, Egoismus und Glauben fehlgeleitet werden können. Der Mensch ist sich selbst ein Dorn im Auge... und all diese Widerstände sind "Thicker Than Blood" und verhindern das Funktionieren des Menschen.
TrashAndRiot: "Thicker than blood" ist derzeit in der zweiten Auflage erschienen. Wie hoch war eure erste Auflage und wie schnell wart ihr ausverkauft? Habt ihr mit einem solchen Erfolg gerechnet?
Simon: Also am Anfang hatten wir 100 Cd´s, mehr als die Hälfte hatten wir schon auf unserer Release Party verkauft und der Rest war dann auch ziemlich schnell weg. Die Nachfrage war dann aber doch so groß, dass wir nach einer Weile entschieden haben noch mal Cd´s pressen zu lassen. Leider mussten wir uns zwischenzeitlich etwas zurückziehen was sich auch auf unsere CD Verkäufe niedergeschlagen hat, da wir (fast) alle in diesem Jahr erfolgreich unser Abi gemacht haben, aber jetzt geht's wieder richtig los.
Adam: Damit haben wir nicht wirklich gerechnet, wir freuen uns natürlich darüber und sind gespannt wie lange die zweite Auflage hält.
TrashAndRiot: Gerüchten zufolge soll noch dieses Jahr ein Nachfolger erscheinen. Könnt ihr dazu schon etwas erzählen?
Adam: Unser Songwriting wurde dieses Jahr etwas gebremst, aufgrund der Tatsache, dass vier von uns dieses Jahr Abitur gemacht haben (einer hat es noch vor sich). Aber jetzt sind wir wieder voll dabei und arbeiten intensiv an neuem Material, einiges ist schon fertig. Ob das nächste Album dieses Jahr erscheint können wir nicht genau sagen, wir bemühen uns es bald fertig zu stellen, aber das soll keinesfalls auf Kosten der Qualität gehen. Das Album wird auf jeden Fall härter und anspruchsvoller, wir sind mit dem neuen Material bisher sehr zufrieden.
George: Aber fest steht, dass wir uns wieder einmal selbst übertroffen haben. Also lasst euch überraschen und kommt zu unserer nächsten Release-Party.
TrashAndRiot: Wenn ihr all die Songs betrachtet, die ihr im Laufe der Zeit geschrieben habt: Bei welchem Song würdet ihr euch wünschen, ihn niemals geschrieben zu haben und welcher Song ist eurer Meinung nach beim derzeitigen Stand das Beste, was ihr bisher geschrieben habt? Und warum seht ihr das so?
Simon: Eigentlich finde ich keinen unserer Songs schlecht, weil ich auf alles, was wir geschaffen haben, Stolz bin, obwohl die alten Sachen natürlich nicht mehr mit unseren neuen Songs mithalten können und ich sie auch aus dem Grund nicht mehr Live performen will. Stolz bin ich generell aber auf unsere neueren Sachen, dazu zählt "Broken into Pieces", "Forgivable", "Thicker than Blood" und 2 Songs, die auf unserem neuen Album erscheinen werden "Destroyed Flower" und "Nothing can be done about it".
Adam: Es gibt auch für mich eigentlich keinen Song, von dem ich wünschte er wäre nie entstanden. Klar, jeder hat so seine Favoriten und auch Songs, die man schon etwas zu oft gehört hat. Wenn ich mich auf einen Lieblingssong festlegen müsste, wäre das "Forgivable", er ist abwechslungsreich und hat nen guten Groove, den kann ich mir immer noch gut anhören.
George: Ohne jetzt sentimental werden zu wollen oder so... Jeder Song hat zu unserer Entwicklung beigetragen und ich höre mir alte und zurückgestellte Songs immer noch gerne an. Man verbindet damit ja nicht nur die Musik, die man gemacht hat sondern auch die Erfahrungen, die man gesammelt hat. Natürlich sind Songs wie "Thicker Than Blood" und "Last Day" die Spitzenreiter des aktuellen Albums... aber das kommende Album hat noch viel Geileres auf Lager.
TrashAndRiot: Ihr spieltet bereits einige Konzerte. Wie war es für euch, das erste Mal gemeinsam eine Bühne zu betreten und eure eigenen Stücke vor Publikum zu spielen? Wie habt ihr euch darauf vorbereitet?
Simon: Wir waren natürlich alle total aufgeregt und wussten nicht, wie wir rüberkommen werden und waren unsicher. Aber nach den ersten paar Songs ging das Publikum schon so ab, dass wir jegliche Scheu verloren haben. Dass haben wir uns selbst nie träumen lassen, dass unsere Musik so gut ankommt und seit dem geht es stetig mal schneller mal langsamer vorwärts.
George: Ich war total aufgeregt. Das waren wir alle. Ich freute mich endlich unsere hart erarbeiteten Songs dem Publikum vorstellen zu können. Gleichzeitig fürchtet man das Versagen oder die Reaktion des Publikums. Ich bin mir sicher, dass jeder zwei Minuten vor Beginn vor Aufregung noch mal pinkeln war!
Adam: Der erste Konzert, das ich mit BoF gespielt habe, war toll. Die Chemie hat einfach gestimmt auf der Bühne. Vorbereitet habe ich mich nicht wirklich, ich hatte ja auch vorher schon ein paar Konzerte gespielt.
Aber das Gefühl wenn Leute die eigenen Texte auswendig mitsingen, das ist nach wie vor das Geilste überhaupt.
TrashAndRiot: Was wäre das Peinlichste, was euch auf der Bühne passieren könnte?
Simon: Das mein BH platzt :)
Adam: Ich habe vor ein paar Tagen geträumt, dass wir ein Konzert vor einer riesigen Menge spielten. In dem Moment wo wir anfingen, war auf einmal das halbe Equipment von der Bühne verschwunden und wir mussten abbrechen. Das wäre schon ziemlich peinlich, wenn auch sehr absurd :D
George: Ganz einfach... wir vermasseln alles von vorne bis hinten.
TrashAndRiot: Was ist das Peinlichste, was euch bisher auf der Bühne passiert ist?
Simon: Ich habe während unseres letzten Songs des Sets einen meiner Drumsticks verloren. Der Song war schon fast am Ende. Zum Glück hat es niemand bemerkt da alle vollkommen im Rausch waren und ich habe den Song mit einem Drumstick zu Ende gespielt.
Adam: Einmal hatte ich plötzlich einen tierischen Krampf im rechten Bein, ich habe einen Moment lang geschwankt und wäre fast von der Bühne gefallen. Das sah bestimmt ziemlich komisch aus, ich habe irgendwie versucht mir nichts anmerken zu lassen und weitergespielt.
George: Hmm... ich wollte das Publikum mit einen Witz unterhalten... es hat sich jedoch nicht unterhalten lassen.
TrashAndRiot: Wie sieht es bei euch mit Merchandise aus? Habt ihr Merch und wo ist dieser erhältlich?
Nebenbei: wo außerhalb eurer Konzerte ist eurer Demo erhältlich?
Simon: Unser Merch ist immer während den Konzerten erhältlich und ansonsten kann man sich auch immer bei uns melden wenn man ein T-Shirt oder eine CD haben möchte.
Adam: Wir haben T-Shirts, die im Moment wieder ausverkauft sind, spätestens zum neuen Album wird es aber wieder Brandneue geben. Ob wir dann noch welche im alten Design nachbestellen, werden wir sehen.
Im Moment ist unsere CD nur auf Konzerten erhältlich, wir wollen sie aber auch online vertreiben.
TrashAndRiot: Welche Ziele habt ihr euch gesteckt, die ihr musikalisch und mit der Band in der nahen Zukunft erreichen wollt?
George: Uns ist es wichtig, uns weiter zu entwickeln um immer etwas Neues liefern zu können. Es gibt nichts Schlimmeres als Bands, die hunderte gleichklingende Alben rausbringen. Das kommende Album ist jetzt schon etwas völlig anderes, aber es ist trotzdem immer noch Buffet Of Fate. Natürlich bemühen wir uns möglichst überall einen Namen zu machen und uns in diesem harten Business zu etablieren.
Adam: Erstmal steht das neue Album im Vordergrund, danach heisst es erst wieder live spielen und nach einem Label Ausschau halten.
Simon: Wir wollen auf jedenfall das zweite Album fertig stellen, so dass wir damit zufrieden sind und natürlich bestenfalls einen Plattenvertrag damit an Land ziehen können. Ansonsten natürlich irgendwann auf Wacken spielen :) Und das wir uns generell in der Metal Szene etablieren und unser Geld damit verdienen können.
TrashAndRiot: Ein gewisser John Niven ("Kill Your Friends") schrieb einmal "Frauen in der Musikbranche sind nur dazu da, ihren Arsch hinzuhalten". John von Warbringer erzählte mir, dass er meist auf ihren Konzerten die Anzahl der weiblichen Besucher durchzählen könne. Wie steht ihr zu Frauen im Metal (auf und vor der Bühne)?
Simon: Also ich glaube schon, dass wir auch eine ordentliche Anzahl an weiblichen Fans besitzen, prinzipiell habe ich nichts gegen weibliche Stimmen im Metal, aber bei Buffet of Fate wollte ich keine Frau dabei haben, das passt einfach nicht.
Adam: Generell habe ich nichts dagegen, weder vor noch auf der Bühne. Nur weiblicher Gesang ist eher nicht so mein Fall, das ist eben Geschmackssache. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie Alissa White-Gluz von The Agonist.
Aber Metal ist schon eher eine Männerddomäne. Ich denke, das liegt einfach in der Natur der Sache. Nicht viele Frauen können mit so "wilder" und "aggressiver" Musik etwas anfangen. Männer können diese rauen Emotionen eher ausleben und ihr Ausdruck verleihen, während Frauen sowas subtiler rauslassen.
George: Also es gibt sicherlich Frauen, die nur zum Ärsche hinhalten da sind, aber das ist nicht ausschließlich so. Es gibt viele coole Frauenbands, die Metal machen. Letzenendes kann es nicht schaden, wenn sie auch optisch akzeptabel aussehen. Frauen im Publikum sind total gut... aber ich frage mich oftmals was zierliche kleine Frauen im Moshpit verloren haben.
TrashAndRiot: Wie in jeder Szene gibt es auch im Metalbereich Klischees und Vorurteile. Welches Vorurteil ist eurer Meinung nach des Treffendste und welches das Idiotischste?
Simon: Das Treffendste ist, dass alle, die gerne Metal hören Freaks, Nerds und völlig Verrückte sind, das Idiotischste ist wohl, dass Metal mit Satanismus und der Rechten Szene in Verbindung gebracht wird.
Adam: Das Treffendste ist, dass Metaller ein bisschen komisch und verrückt sind. Allerdings auf eine sehr liebenswerte Weise.
Das Dümmste und leider wohl auch Hartnäckigste ist, dass Metaller agressiv oder gewalttätig seien. Ich glaube, viele Unwissende, die ein Metalkonzert besuchen würden, wären überrascht wie nett und friedlich die Stimmung ist. Ich denke gerade, weil die Musik eher agressiv ist, bietet es ein Ventil um diese Gefühle auszuleben. Mal ehrlich, jeder ist doch mal wütend und frustriert. Aber es gibt nichts, was meine Laune besser steigert als Metal und das ist doch besser, als seinen Ärger an anderen rauszulassen.
George: Das Treffendste ist meiner Meinung nach, dass alle Metaler massig Bier wegpumpen können. Das Idiotischste ist die Behauptung, Metaller haben einen an der Waffel... wobei ich sagen muss, dass das oft nicht von der Hand zu weisen ist
TrashAndRiot: In einem Interview mit einem der letzten großen Rockstars dieser Zeit laß ich, dass er verständlicherweise (?) sein Privatleben privat lassen wolle und es überhaupt nicht mögen würde, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Denkt ihr, ein privates Privatleben lässt sich mit Weltruhm vereinbaren?
Simon: Ich denke nicht vollständig, aber es ist sicher möglich sich eine gewisse Privatsphäre zu bewahren.
Adam: Nein, ich denke nicht. Das lässt sich nicht vereinbaren. Leider gibt es genug Idioten, die offensichtlich dermaßen kein eigenes Leben haben, dass sie das Privatleben ihrer Stars und Sternchen auf Schritt und Tritt verfolgen müssen. Das ist zum Glück in der Metalszene nicht so stark der Fall, ich denke da steht immer noch zum Glück eher die Musik im Mittelpunkt.
George: Ich denke, alles lässt sich mit allem vereinbaren. Wenn dieser Typ seinen Ruhm haben will, aber trotzdem seine Familie und sich selbst vor öffentlicher Medienausschlachtung schützen will, ist das sein gutes Recht. Das sollte man respektieren.
TrashAndRiot: In wie weit seid ihr der Meinung, dass die Öffentlichkeit über das Privatleben von Stars (egal ob Musik oder Movie oder…) informiert sein sollte? Sollte die Presse so weit gehen, die entsprechenden Personen tatsächlich bis an die Haustür zu begleiten und versuchen private Details zu erfahren und zu veröffentlichen, ihnen eventuell sogar auflauern oder sollte ein Bericht anfangen, wenn derjenige die Bühne betritt und mit dem Verlassen enden?
Adam: Schön wäre natürlich Letzteres, wobei ich kein Problem damit habe, wenn ein Künstler die ein oder andere Anekdote aus seinem Leben erzählt, wenn er das will. Ansonsten denke ich, solange sich alles im Rahmen der Legalität bewegt, müssen sich die Stars mit dem öffentlichen Interesse abfinden. Man sollte das Ganze eher positiv sehen und seine öffentliche Präsenz nutzen, um Leute zu erreichen und so die Welt ein bisschen zum Besseren zu verändern.
Simon: Natürlich sollte die Privatsphäre eines jeden respektiert werden. Aber Stars stehen nun mal im öffentlichen Interesse und können sich deswegen gewisse Fehler einfach nicht leisten.
George: Ich persönlich lasse andere zwar gerne an meinem Leben teilhaben, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dieser Punkt unterscheidet sich von Star zu Star.
TrashAndRiot: Eventuell habt ihr auch schon Erfahrungen mit der Presse gemacht und seid möglicherweise auch nicht immer damit einverstanden, was über euch geschrieben wird. Wie geht ihr damit um?
Simon: Ich habe immer das Gefühl, dass die Presse gerne Aussagen verfremdet, es ist zwar ärgerlich, aber nicht zu verhindern und man muss damit klar kommen.
Adam: Also in der Bild waren wir (leider?) noch nie. Ich mag das natürlich nicht, wenn so öffentlich gelogen wird und Halbwahrheiten verbreitet werden. Andererseits heisst es ja zu Recht "Es gibt keine schlechte Publicity". Ich gehe mit der Sache locker um. Wenn jemand billigen Klatschmagazinen glaubt, ist er selbst schuld.
George: Ich bin gegen erzwungene Informationen. Wenn jemand was über mich wissen will, soll er mich fragen... und wenn ich möchte, dass er eine Antwort auf seine Frage kriegt, dann bekommt er die auch. Man muss halt auch mal ein "Nein" wegstecken können. Natürlich können wir den Presseberichten o.ä. nicht immer 100%ig zustimmen. Das könnten wir nur, wenn wir die Berichte selber schreiben würden.
TrashAndRiot: Gibt es eine Frage, die ihr unbedingt gestellt bekommen wollt? Welche wäre das? Stellt sie bitte und beantwortet sie.
Adam: "Mit welcher Band würdest du gerne eine Jam Session abhalten?"
Dream Theater. Also, wenn ihr das hier lest, gebt Bescheid, ich guck dann, wann ich Zeit habe :D
George: Hmm... ja mir fällt da eine ein. "Hey Gude Jungs! Ich bin einer der Topmanager auf der Welt. Wollte nur mal fragen ob ihr Zeit und Lust hättet auf Rock Am Ring, Wacken und Summer Breeze zu spielen?"
Unsere Antwort: "Öhm... joah... wieso eigentlich nicht... wenn du uns so nett fragst, sagen wir auch nicht nein".
TrashAndRiot: Gibt es noch eine Frage, die ihr mir gerne stellen wollen würdet?
Adam: Mit welcher Band hattet ihr das lustigste/unangenehmste Interview?
Lili: Bis jetzt war mir noch keiner unangenehm und das Lustigste war definitiv das mit Sturm und Drang und SIC.
Niina: Prinzipiell unangenehm finde ich Mailinterviews, weil sich oft beim Lesen der Antworten neue Fragen ergeben, auf die ich gerne eingehen würde, aber dann ist die Sache ja schon durch. Vom persönlichen Kontakt her kann ich mich bislang bei niemandem beklagen. Lustige Interviews gab es viele, spontan fallen mir Naked ein, The Pleasures, Private Line 2006. Aber dies ist keine abschließende Liste.
George: "Haste mal nen Kaugummi???"
Lili: Für dich doch immer ;)
Niina: *in Schublade guck* Ich hab hier Strawberry-Mint, Mango-Surf, Passionberry-Twist und Tropical-Twist. Welches willst du?
Simon: Du bist meine Schwester, mir fällt einfach nix ein was ich dich mal fragen könnte.
Niina: ^^ Damit bin ich dann wohl nicht gemeint...
TrashAndRiot: Famous last words.
Simon: Danke für das Interview und ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal hinter einer sehr großen Bühne wieder.
Adam: "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Nietzsche
George: "Veni, Vidi, Vici" (lach)
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