Interview mit Hellcity Punks
Wir sitzen hier im düsteren Liberté mit den Jungs von Hellcity Punks, nur Gittarist Hooligan fehlt. Also quetsche ich Janze (Vocals), Johnny (Bass) und Dennis (Drums) aus.
finnbands: Erzählt doch bitte ein bisschen über die Geschichte der Band.
Dennis: Nun, wir fingen mit Hooligan etwa 2001 oder 2002 zu spielen an. Irgendwann wurde es zu Hellcity Punks. Ich denke, das war so 2003 / 2004. Wir hatten damals einen anderen Sänger und einen anderen Bassisten. Aber es gab Schwierigkeiten, überwiegend musikalische Differenzen. Aber wir haben gemacht, was wir konnten, denn es gab zu der Zeit nichts anderes zu tun. Wir nahmen eine Single und eine EP auf und spielten Konzerte, wenn wir Zeit hatten.
Dann stellten wir fest, dass es so nicht weitergehen könne. Wir gingen einfach in verschiedene Richtungen. Also hörten wir eine Zeitlang auf und machten dann mit Hooligan weiter. Wir schreiben die Songs so, wie wir es uns vorstellten. Dann suchten wir einen neuen Sänger und einen neuen Bassisten. Es dauerte nicht lange, bis Janze zu uns kam. Wir merkten schnell, dass er die Sache ernst nahm. Er hat den gleichen Musikgeschmack wie wir, den gleichen Stil und die gleichen Ideen. Das erleichterte uns. Bereits nach der ersten gemeinsamen Probe war klar, dass Janze einer von uns war.
Ich spielte in einer Projektband Schlagzeug und dort fand ich Johnny. Als er das erste Mal den Probenraum betrat, bemerkte ich das Aussehen von dem Kerl, und als er seinen Basskoffer öffnete und einen Thunderbird herausholte, war alles klar. Ich musste diesen Typen dazu bringen, mit uns zu spielen.
finnbands: Und jetzt läuft alles gut?
Johnny: Verdammt gut! Wir schreiben eine Menge Songs und proben viel. Und wir spielen auch viele Konzerte.
finnbands: Ja, mir ist aufgefallen, dass ihr dieses Jahr noch einige Konzerte habt. Wie sieht es mit dem nächsten Jahr aus?
Johnny: Es sieht so aus, als wären wir sehr beschäftigt.
Dennis: Ja genau. Es sind noch viele Dinge anzupacken, aber wir haben noch keine Entscheidungen getroffen. Es sieht so aus, als würden sich Möglichkeiten ergeben, außerhalb Finnlands zu spielen. Wir müssen uns noch darüber unterhalten, wie wir das arrangieren. Wir machen alles selbst und haben keine große Firma hinter uns.
Janze: Aber es gibt viele Interessenten aus anderen Ländern.
Johnny: Viele verschiedene andere Länder.
finnbands: Die anderen Länder... welche Kanäle nutzt ihr, dorthin zu gelangen?
Janze: Überwiegend ist das Myspace, da läuft es gut für uns. Viele Leute sind so auf uns aufmerksam geworden.
finnbands: Ihr habt also keinen Promoter?
Janze: Nope.
Johnny: Wir machen alles alleine.
Dennis: Ja, ganz alleine. Es sind eine Menge Streetteams da draußen. Sie stehen mit uns in Kontakt und haben uns gebeten zu kommen und zu spielen, verdammt. Sie wollen sich um alles kümmern. Wir sagten ihnen, dass wir natürlich kommen werden, wenn es irgendwie möglich ist. Sie haben direkt mit der Promotion dort angefangen.
Wir brauchen eine Booking Agentur oder so etwas, die uns hilft und jemanden, der die Promotion übernimmt. Es wäre dann alles einfacher. Letzten Endes kostet es Geld, irgendwo hin zu gehen. Es kommt nicht darauf an, ob es wieder hereinkommt.
Johnny: Am wichtigsten ist es jetzt, dass wir so viele Konzerte wie möglich überall in Finnland spielen können. Damit wir hier zeigen können, dass es vorangeht.
finnbands: Ok. Und könnt ihr mir etwas über die Songs erzählen?
Janze: Ich schreibe die Lyrics, die Songs machen wir derzeit gemeinsam mit Hooligan. Die Arrangements machen wir alle gemeinsam. Ich weiß nicht, die Songs kommen einfach irgendwo her. Ein Riff nach dem anderen. Über die Lyrics kann ich nur sagen, dass sie irgendwie aus dem Leben gegriffen sind.
finnbands: Sie sind also realistisch?
Janze: Ja, irgendwie schon. Wenn du dir die Namen der Songs ansiehst, könnte man sie als galamäßig bezeichnen. Aber wenn du dir die Geschichte ansiehst, kann es ganz anders sein. Wahres Leben mit etwas Theatralik. Nichts politisches oder "Babies und schnelle Autos"oder so. Sie mögen etwas melancholisch sein, aber es ist schwer für mich persönlich, lustige Sachen zu schreiben. Es ist einfacher, dunkle Sachen zu schreiben.
finnbands: Woher kommt der Name "Hellcity Punks"?
Dennis: Hooligan wäre derjenige, der dies beantworten sollte. Aber ja. Wir sind in Hellcity aka Helsinki, oder? Und Punks bedeutet nicht, was die Leute denken, was es heißt. So erwarten sie normalerweise hartes Punkzeug, und das machen wir definitiv nicht. Es ist eher…
Janze: Rette mir den Tag, Punk!
Dennis: Genau so ist es. Etwas, was dich einfach überkommt.
finnbands: Anfangs dachte ich, dass dies hier eine Art Bandprojekt sei.
Dennis: Nein, das ist schon unser richtiger Name. Wir stehen dahinter.
Janze: Ich denke, es ist gut, dass der Name Leute dazu bringt, darüber zu reden. So wie "Was zur Hölle? Warum habt ihr euch so einen Namen ausgesucht?"
Dennis: Genau, ich mag das. Eigentlich ist es ein sehr guter Name. Denn immer hat jemand eine Meinung darüber. Es ist egal, ob sie gut ist. Es ist besser wenn die Leute darüber reden, als wenn du einen echt brillanten Namen hast und die Leute nicht reden. Das hier ist irgendwie größer geworden, als wir je gedacht hätten, die Leute reden viel mehr über uns, als wir erwartet haben.
Johnny: Wir wissen alle, was es wirklich bedeutet. Andere haben ihre eigenen Meinungen und es ist ihre Sache, was es für sie bedeutet. Wir können es nicht beeinflussen. Und das wollen wir auch gar nicht.
finnbands: Es kommt also nur auf die Musik an?
Dennis: Yeah!
finnbands: Ok! Habt ihr Pläne ein Album oder eine EP aufzunehmen?
Dennis: Tatsächlich schreiben wir im Moment viele Songs. Wir machen für alles was uns so einfällt Demotapes. Hoffentlich werden wir eines Tages aufnehmen, aber wenn wir an die nahe Zukunft denken, könnte es möglicherweise eine Single oder ein Video geben. Mehr Konzerte und Promotion. Es ist realistischer zu sagen, dass die CD 2010 kommt. Vorher ist noch viel Zeit, Konzerte zu spielen, Promotion und neue Songs zu machen. Uns hier und in anderen Ländern einen Namen zu machen.
Janze: Es gibt keinen Grund, eine Platte mit zehn bis zwölf Songs zu machen. Wir brauchen eine größere Auswahl.
Dennis: Nun, die Songs entstehen ziemlich schnell. Da sind viele Songs, die noch nicht fertig sind. Wir legen sie beiseite und warten, ob etwas aufkommt, was wir in ihnen verwenden können. Wir verwenden alle Riffs, gleich wenn sie uns einfallen.
Johnny: Du hast nichts zu verlieren, wenn du sie erstmal als Demo aufnimmst. Dieses oder jenes könnte mit einem der noch nicht fertigen Songs funktionieren.
Dennis: Ich liebe es, auf der Bühne zu sein, vor Publikum zu spielen. Aber das, was du dort spielst, sollte fertig und großartig sein. Nicht wie der Song, den wir letzte Nacht spielten und auch heute spielen werden.
Johnny: Es ist uns Ernst, die EP weiter zu promoten. Wir hatten bisher nicht die Zeit, das hundertprozentig zu verfolgen. Wir werden damit im nächsten Jahr beginnen.
Janze: Genau, auch wenn die EP dieses Jahr veröffentlicht wurde.
Johnny: Aber wir haben sie schon an richtig gute Orte versandt.
finnbands: Auf der EP sind drei bis vier Songs?
Johnny: Fünf Songs. Und wir versuchen, im nächsten Jahr so viele Konzerte wie möglich zu spielen, um uns bekannter zu machen.
Dennis: Wir sind jetzt seit einem Jahr zusammen und haben die EP gemacht. Jetzt sitzen wir hier. So weit sind wir in dieser Zeit schon gekommen.
finnbands: Und jetzt ist alles verdammt gut, oder?
Dennis: Absolut. Wenn die Chemie stimmt, dann stimmt alles.
Wenn es immer wieder Probleme gibt, dass du beispielsweise einen Song nicht machen kannst, weil der Sänger ihn nicht singen kann oder will - dann grenzt es dich und was du tust ein. Und du beginnst dich zu fragen, warum wir diese Band sind. Dann musst du deine Spieler auswechseln.
finnbands: Also seid ihr jetzt auf derselben Wellenlänge?
Dennis: Ja, das ist richtig. Es geht um die Chemie.
Johnny: Wir alle kennen unsere Ziele und die werden immer höher. Wir lassen sie nicht aus dem Auge.
Dennis: Konkret gesagt, haben wir viel erreicht, seit wir uns entschieden, die Dinge ernsthaft anzupacken. Nicht immer mit der Bierflasche in der Hand rumzulaufen. Klar ist das manchmal lustig, das will ich nicht abstreiten. Aber es passiert so viel, und du schaffst viel mehr, wenn du dir konkrete Ziele steckst und versuchst, einen Zeitplan einzuhalten. Du kommst dann besser voran.
Johnny: Ich sage nur, dass es unser Weg ist, die Dinge zu machen. Für jemand anderen muss es nicht der richtig Weg sein. Es gibt so viele verschiedene Bands. Wir machen es so und es ist gut für uns. Jemand anders wählt einen anderen Weg, anders und besser. Wir haben es so entschieden und für uns ist es gut.
finnbands: Worte an die Fans?
HCP: Kommt zu den Konzerten!! More shit on your pant legs!!! Hoffentlich sehen wir uns bald!
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