Schubladisierung von Musik


Es gibt diesen Begriff "Musikrichtung". Irgendwie ist es auch durchaus sinnvoll, "Richtungen" in der Musikwelt festzulegen. Aber warum muss man die Richtungen noch weiter aufteilen in so feine Unterscheidungen, wie es teilweise gemacht wird?
Ich höre zum Beispiel "Rock" und "Metal", wobei ich nicht alles höre, was weitläufig unter diesen Begriffen zusammengefasst wird, dennoch aber mitunter auch mal alles durcheinander.

Kürzlich sprach ich mit einer Bekannten über eine Band, die sie bisher nicht kannte. Also hüpfte frau mal eben auf Myspace, wo die Richtung als "Rock / Thrash / Metal" angegeben wurde und sie war kurzzeitig abgeschreckt, weil dies so gar nicht ihre Welt ist. Nach dem Hineinhören stellte sie fest, dass es doch ganz schön poppig sei...
Ja, irgendwie ist es das auch (wenn man poppig als gut hörbar versteht) und so "schlimme" Musik, wie es sich für den unwissenden Ottonormal-NDR-nebenbeilaufenlasser anhört, ist das gar nicht, was ich mir so auf die Ohren gönne.

Genauso verhält es sich beispielsweise im Bereich "Punk". Kürzlich hörten wir eine CD einer Band, die sich als Punk bezeichnet. "Wir" sind unter anderem jemand, der in den 1980ern mit Punk groß geworden ist.
Die 1980er waren genau jene Zeit, in der Schubladisierung von Musik überaus wichtig war. Alles wurde kleinteiligst zugeordnet und auch Modeerscheiungen in Klamottenfragen passten damals zu einer bestimmten Musik - oder auch die Musik zur Klamotte, bevor die nachfolgende Generation begann, dies alles zu vermischen und sich nicht mehr in Klischees einfügen zu wollen.
Ich höre auch gerne "Punk", damals wie heute. Nur suche ich teilweise vergeblich nach Ähnlichkeiten in der Musik im Vergleich der Jahrzehnte. Denn der heutige Punk und der damalige sind … verschieden. Außerdem gibt es jetzt noch so etwas wie Punk, Punk Rock, Poppunk, Melodic Punk und so weiter.

Nicht nur ich vermische Musikrichtungen in meiner Anlage nach Laune und Belieben. Auch viele Bands machen heutzutage eine Form von Musik, die sich keineswegs mehr in die althergebrachten Abgrenzungen der Schulbaden von damals hineinpressen lässt.
Und das ist auch gut so! Man kann nicht ununterbrochen neue Musik erfinden, denn irgendwann sind alle Noten und Spielarten ausgeschöpft. Man hat aber heute die Freiheit, eben die Noten und Spielarten so derart durcheinander zu werfen, wie es einem beliebt - und es unmöglich machen, das Ergebnis saitengenau zu kategorisieren.

Warum auch? Hauptsache es hört sich gut an.

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