Bericht: Magnacult, Shadows Fall & Five Finger Death Punch


Nachdem die fünf Amerikaner ihr zweites Album ‚War Is The Answer' auf den Markt geworfen haben, ließen sie sich nicht lange bitten und machten sich auf die Toursocken erst quer durch die USA und schließlich durch Europa.
‚Shock and Raw Tour 2009' schimpft sich das Ganze und ja, geschockt war ich, als ich kurz vor Einlass nur eine Handvoll Menschen vor dem Columbia Club in Berlin sah. Zum Glück füllte sich schon kurze Zeit nach dem Einlass die Halle und als Support numero uno ‚Magnacult' die Bühne betraten, lag schon leichte Konzertstimmung in der Luft.

‚Magnacult' ihrerseits stammen aus den Niederlanden und irgendwie kannte jeder und keiner die Band… Eigentlich schade drum, denn die Fünf rocken mit ihrer Mischung aus Thrash und Death Metal ganz ordentlich. Das blieb auch der anwesenden Zuhörerschaft nicht verborgen und so gab es dann zum Einstieg in diesen Abend den einen oder anderen recht ansehnlichen Pit.
Brachial, laut und schnell, da konnte man gar nicht ruhig stehen bleiben. Ihr Debut Album "Synoré" veröffentlichte die Band bereits 2007 und vielleicht sollte der eine oder andere da mal rein hören.

Nachdem der erste Leckerhappen verdaut war, ließen Shadows Fall von sich hören. Die Stimmung war eh schon sehr gut und die Bostoner lieferten eine gute Show. Lediglich der Sound machte der Band zu schaffen, zu viel Bass, zu wenig und gar keine Gitarre und nur ab und an definierbarer Gesang klingen auf Dauer nicht schön. Sehr schade jedenfalls, da die Band mit ihrem Melodic Death/Thrash Metal Mix an sich ziemlich abgeht, so aber etwas langatmig wirkte und einfach unsauber klang.

Last but not least kamen endlich Five Finger Death Punch on Stage und prompt gab es kein Halten mehr. Die ersten zehn Reihen wurden zu einem fetten Mosh Pit vermischt und schafften es dennoch an den richtigen Stellen mit ‚Burn it down!' einzusetzen. Das Tier am Bass, Matt Snell mit Namen, heizte denn Leuten dermaßen ein als ob es kein Morgen mehr geben würde. Warum auch, starke Melodien, griffige Refrains und fesselnde Hooklines funktionieren live eben super.

Okay, es gab auch leichte Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Band und Publikum, aber so ganz neu ist das ja auch nicht. Und als Sänger Ivan Moody erst einmal klarstellte dass die Bitte einen Kreis zu bilden keine Bitte war, sondern eine Ansage um gefälligst einen anständigen Circle Pit zu machen, gab es genau diesen - einen fetten Circle Pit bis zum ersten Treppenabsatz. Da sich die Band dieses Mal auf einer Bühne befand die es gestattete sich zu bewegen, gab es viele kleine Momente in denen sie mit dem Publikum direkt interagieren konnte und die Stimmung immer noch ein wenig mehr anzuheizen.
Die Wahnsinnsarbeit an den Gitarren von Seiten Jason Hook und Zoltan Bathory mit den angriffslustigen fetten Riffs und den genialen Soli sorgte noch für den finalen Rest den es braucht um einen Konzertabend perfekt zu gestalten.
Jeremy Spencer ging etwas hinter den Drums unter, aber mein Gott, dafür dass man ihn nicht sah, konnte man ihn umso besser und ziemlich brachial an eben diesen hören.

Leider war der Spuk gefühlt viel zu schnell vorbei und nach ‚The Bleeding' wurden wir in die Nacht entlassen. Die fünf Kalifornier mit ihren kantigen Thrash Wutausbrüchen, den stimmungsvollen Melodien live zu sehen ist definitiv ein Erlebnis.
Wie hieß es zur Tour in den USA: Mehr Intensität geht nicht

Setlist
Burn it down | Salvation | Hard to see |Dying Breed | The Way Of The Fist |
Bulletproof |White Knuckles| Never enough | The Bleeding


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