Bericht: Hardcore Superstar
Wenn man gechillt um 21.30 Uhr ins Logo spaziert, sollte man noch einmal sein Zeitmanagement überdenken, denn der Support - am heutigen Abend Avatar - ist in diesem Fall schon von der Bühne und der Hauptact - hier Hardcore Superstar - noch lange nicht darauf.
Bis etwa 22.10 Uhr ließen die Göteburger auf sich warten, bis sie vor geschätzten 300 Fans Stücke von "Dreamin' In A Casket" und "Beg For It" zum Besten gaben. Nur war es nicht so ganz ihr Bestes, denn gleich zu Anfang fiel auf, dass diese Tour bereits auf Jocke Bergs Stimme geschlagen hat. Welche Tour?, fragt man sich, ist doch das Hamburger Logo traditioneller Auftaktort der Schweden... Im Verlauf der nächsten Stunde machten sich Jockes Probleme immer bemerkbarer und zum Ende hin wurde seine Stimme schwächer und leiser, je höhere Töne er anstimmte oder bleibt vereinzelt sogar kurzzeitig unhörbar. Auch in den Akkorden dazwischen bewies er nicht unbedingt Tontreffsicherheit, was nicht daran liegt, dass er prinzipiell nicht singen kann. Dies kann er und besitzt dabei sogar noch ein recht weites Stimmspektrum, was er bereits in anderen Konzerten, an denen ich teilnahm, unter Beweis stellte. Es machte an diesem Abend eher den Anschein eines Kratzen im Hals / Heiserkeit.
Gewohnt überzeugend waren Adde an den Becken, Vic Zino an den surrenden Saiten und auch Martin als Meister der tiefen Töne ließ keine Wünsche offen. Insgesamt war der Ton relativ gut, gerade wenn man bedenkt, dass die Anlage im Logo dafür bekannt ist, nicht die Beste zu sein. Vics Backingvocals waren jedoch definitiv zu leise ausgesteuert. Davon abgesehen ist er immer einen Hingucker wert, denn kaum jemand zeigt so eine Spielfreude und Begeisterung auf der Bühne - oder kann so dämliche Fratzen ziehen.
Ein weiterer, aber nicht unbedeutender Kritikpunkt war die Häufigkeit der Pausen, in denen zumeist alle vier die Bühne verließen und man sich nach nur sehr wenigen Liedern zum ersten Mal fragte, ob man denn nun schon nach Zugabe verlangen sollte. Die ansonsten aufgeheizte Stimmung im Logo, in der sich sogar zwei Anwesende als Crowdsurfer versuchten, wurde somit immer wieder extrem herunter gekühlt. Über die Stunde verteilt kamen Hardcore Superstar auf vier oder fünf solcher Breaks zusätzlich zu dem vor der drei Songs umfassenden tatsächlichen Zugabe und dem finalen Abschluss mit "We Don't Celebrate Sundays", bei welchen die Absperrung von Fans wie Band bestiegen wurde. Auch danach wurde von der Menge weiterhin mehr gefordert, bis schlussendlich die Lichter angingen.
Bleibt zu sagen, dass wir das Ganze schon besser gesehen haben und zu hoffen, dass es auch die weiteren Male besser sein wird.
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